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Das Leben auf den Uros Inseln – Titicacasee

Eines unserer schönsten Erlebnisse in Peru war unser Besuch auf den Uros Inseln im Titicacasee. Wir hatten schon viel über das Volk der Uros gehört und wollten das Leben dieser indigenen Bevölkerung unbedingt hautnah erleben. Über Airbnb fanden wir schließlich Henry, der uns eine Hütte auf seiner Insel vermietete.

Auf die Uros Inseln kommt man nicht ohne ein Boot, deshalb holte uns Henry mit seiner gesamten Familie an einem kleinen Hafen in Puno ab. Nach einer traumhaften Fahrt mit klaren blauen Himmel, Sonneschein und tiefblauem Wasser kamen wir an seiner Insel an. Dort nahm er sich erst mal ausführlich Zeit, um uns alles rund um das Leben auf dem Titicacasee zu erzählen. Er startete dirket mit unserer falschen Aussprache, denn Titicaca wird nicht mit „k“ ausgesprochen, sondern wird aus dem Rachen raus betont, also Titi‘ch‘aka. Übersetzt heißt „Titicaca“ wohl Jaguar, das liegt daran, dass der See auf den Kopf gestellt die Form dieses Tieres hat. Zumindest mit viel Vorstellungskraft, was auch Henry zugeben musste.

Alltag auf den Uros Inseln

Henry erzählte uns außerdem viel über die Alltagsleben auf dem See. So befindet sich unter den 49 Inseln, auf denen etwa 2000 Menschen leben, sogar eine eigene Insel für die Schule. Zumindest für die jüngeren Kinder. Bevor diese allerdings dorthin gehen können, bleiben sie bei ihren Familien. Besonders schwierig wird das, wenn die Kleinen anfangen zu laufen. Dann muss immer jemand ein Auge auf sie haben, denn die Inseln haben keine Zäune, die Kleinen können also leicht in den See fallen. Ganz andere Probleme wiederum haben die Teenager und jungen Erwachsenen der Uros. Um für sich zu sein, hat man auf den doch recht winzigen Inseln kaum eine Chance. So kamen mit der Zeit die „Love Boats“ ins Spiel. Auf diesen fährt man laut dem süffisanten Lächelns Henrys zu zweit weg und kommt zu dritt wieder zurück.

Nach dieser kleinen Einführung genossen wir noch den Sonnenuntergang und das Abendessen, das von Henrys Frau gekocht wurde und gingen dann in unserer eigenen kleinen Holzhütte schlafen. Zum Glück hat uns Henry vorher Flaschen mit heißem Wasser zurecht gemacht, die wir mit unter die Bettdecken nehmen konnten, denn auch wenn man sich tagsüber noch ständig mit Sonnencreme eincremt, abends wird es ordentlich kalt.

Ausflug auf die Insel Taquile

Am nächsten Tag hatte uns Henry eine Tour gebucht, bei der wir mit anderen Touristen auf eine naheliegende Insel gebracht wurden. Wir starteten um neun Uhr morgens mit etwa zwanzig anderen Besuchern auf einem mittelgroßen Boot. Zwei Stunden ging es quer über den riesigen Titicacasee bis zur Insel Taquile. Dort angekommen wurde uns von einem Guide viel von den alten Traditionen dieser Insel, die so abgeschieden von der Außenwelt ist, erzählt. Auch wenn viele andere Touristen Gruppen da waren, die dieselben Wege entlanggeführt wurden, war der Ausblick von der Insel traumhaft. Trotzdem würden wir die Tour nicht noch einmal machen, es gab viel zu wenig Freiraum, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden und man kam sich dank der Scharen von Touristen Gruppen doch ein wenig wie im Museum vor und weniger auf einer traumhaft verlassenen Insel.

Traditionell Fischen

Zurück bei den Uros nahm uns Henry noch mit zum Fischen. Das, erklärte er uns aber ehrlich, mache er nur noch für die Touristen, denn die meisten Uros können von ihren Touristen Einnahmen gut leben und bräuchten die Fischerei nicht mehr als Einnahmequelle. Um zu fischen, ließ Henry ein lang gezogenes Fischernetz mit Steinen ins Wasser, das er an einem Ende am Schilf befestigte. Dann ging es auch schon wieder zurück. Erst am nächsten Morgen sollte sich zeigen, ob wir etwas gefangen hatten.

Und tatsächlich, als es am nächsten Morgen wieder los ging, hatten sich über Nacht fünf kleine Fische in dem Netz verhakt. Nach diesem wohl ungewöhnlich großen Fang zeigte uns Henry noch die „Banane des Titicacasees“. Dafür zog er eine Schilfpflanze ins Boot, erntete den oberen Teil und schälte diesen. Den darunter liegenden weißen Teil bot er uns zum Essen an. Die Banane des Titicacasees schmeckte frisch und irgendwie nach nichts. Der kleine Sohn von Henry war auf jeden Fall ganz begeistert von seiner Banane und schmatze fröhlich.

Nach diesem letzten Erlebnis ging es wieder zurück nach Puno. Die zwei Nächte auf Henrys Insel, die er mit seiner gesamten Familie (inklusive Oma, Opa und die Familie des Bruders) teilte, haben wir sehr genossen.

Tipps

  1. Unbedingt Zeit für die Uros Inseln einplanen und am besten auch übernachten (viele Touristen sind nur einige Stunden im Rahmen einer Tour auf den Uros Inseln und bekommen wenig mit vom „wirklichen“ Leben dort)
  2. Genug Geld einplanen, wenn ihr auf den Inseln bleibt. Da man von den Uros nur mit dem Boot wieder herunterkommt, ist man auf das Essen der Gastgeber angewiesen, also vorher erkundigen, wieviel Geld sie für Frühstück, Abendessen etc. verlangen
  3. Der Ausflug nach Taquile hat uns persönlich nicht gefallen, die private Tour mit unserem Gastgeber dagegen sehr. Letzteres können wir daher empfehlen.

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